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Neuerscheinungen vom 10. Oktober 2026

Von Sabine Hock , 11. Oktober 2026

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Dritten im Bunde der Architekten schließen wir nun unsere kleine Artikelserie zum Jubiläum der neuen Alten Brücke ab. Die „Brückenweihe“ vor 100 Jahren, im August 1926, erlebte dieser Baumeister allerdings nicht. Im Frühjahr 1918 war er im Kriegsdienst an der Westfront tödlich verwundet worden. Der Artikel des Monats erinnert an den heute fast vergessenen Frankfurter.

Artikel des Monats Oktober 2026:
Gefallen auf dem Weg zur Moderne

Er war ein großes Architektentalent im Frankfurt des beginnenden 20. Jahrhunderts: Carl F. W. Leonhardt. Nach einem viersemestrigen Studium der Architektur in Karlsruhe hatte sich der 22-Jährige 1903 mit einem eigenen Büro in Frankfurt selbstständig gemacht. Innerhalb kürzester Zeit etablierte er sich hier als Architekt von Wohnbauten, die er mit reich geschmückten Fassaden im Jugendstil versah. Sein Hauptwerk wurde die evangelische Lukaskirche (1912-13) in Sachsenhausen, der er schon eine deutlich schlichtere Gestalt als seinen Wohnhäusern gab.
Mit außergewöhnlichem Engagement nahm Leonhardt an zahlreichen Architektenwettbewerben für Frankfurt und andere deutsche Städte teil. So erhielt er im Wettbewerb zum Neubau der Frankfurter Alten Brücke 1911 den zweiten Preis. Dass dem Projekt seiner Konkurrenten Franz Heberer und Hermann von Hoven im Brückenbauwettbewerb der Vorzug gegeben worden war, sorgte für Proteste in der Öffentlichkeit und insbesondere von der Frankfurter Künstlerschaft. Deren Sympathien gehörten Leonhardt. Daraufhin ließ die Stadt den Ausführungsplan für die neue Alte Brücke 1913 von den Trägern des ersten und des zweiten Preises gemeinsam erstellen. Unter der Leitung der drei Architekten Heberer, Hoven und Leonhardt begann 1914 der Brückenbau.
In seinen späten Entwürfen hatte sich Leonhardt mehr und mehr zu einem strengeren und monumentalen Stil hin entwickelt, der ihn auf dem Weg zum Expressionismus und damit zur Moderne in der Architektur zeigt. Seine Bauten hätten das Frankfurter Stadtbild prägen können. Mit seinen Wettbewerbsbeiträgen für den Molenkopf mit einem Turmgebäude am Osthafen (1910) und für die Friedenskirche im Gallusviertel (1912) war er erfolgreich gewesen und hatte den ersten Preis bekommen. Leonhardts Ausführungspläne für beide Bauprojekte lagen vor, als der Erste Weltkrieg begann. Sie wurden nie realisiert. Ihr Schöpfer kam im Alter von 36 Jahren an der Westfront ums Leben.
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Die aktuelle Monatslieferung des Frankfurter Personenlexikons fällt diesmal schmaler aus als üblich. Ein Grund dafür ist, dass die Redaktion derzeit in wichtige und aufwendige Arbeiten eingebunden ist, um das Frankfurter Personenlexikon auch technisch fit für die Zukunft zu machen. Unter der Federführung unseres Datenbankprogrammierers entsteht eine neue Datenbank für das FP. Ich darf Ihnen versichern, dass wir alles daransetzen, den eingeführten Standard und die gewohnte Qualität des Frankfurter Personenlexikons auch in der neuen Version zu erhalten. Zugleich wird das neue System einige zusätzliche Funktionen bieten, die das Lesen, Forschen und Entdecken im FP komfortabler, noch interessanter und auch unterhaltsamer werden lassen. Außerdem wird die wissenschaftliche Vernetzung mit anderen Projekten wieder gefördert werden.

Noch will ich nicht zu viel verraten. Demnächst werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, hier an dieser Stelle mehr erfahren. Sie dürfen gespannt sein.

Einstweilen herzliche Herbstgrüße
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. November 2026.

Neue Artikel in diesem Monat:

Leonhardt, Carl F. W.
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Ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung

Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Stiftung Niederländische Gemeinde Augsburger Confession

Kooperationspartner: Frankfurter Historische Kommission
Projektleitung: Sabine Hock
Herausgeber: Clemens Greve, Sabine Hock
Datenbankprogrammierung: Andreas Bombel
Gestaltung: Anja Müller-Ries

Bildnachweis für die Kopfleiste (v. l. n. r.): Hamman von Holzhausen (Hans Happ nach Conrad Faber von Creuznach/UB Ffm.), Arthur Schopenhauer (ISG), Friedrich Stoltze (ISG), Johann Wolfgang Goethe (Johann Heinrich Lips/FDH-FGM), Max Beckmann (ISG), Bertha Pappenheim (ISG), Eduard Rüppell (Pompeo Marchesi/Archiv der SGN als Dauerleihgabe im HMF/Foto: Sven Tränkner), Paul Ehrlich (ISG), Christian Egenolff (Johann Friedrich Schmidt nach dem Monogrammisten „M“/ISG), Karl der Große (Andreas Artur Hoferick nach Karl Eduard Wendelstadt/Foto: Wolfgang Faust), Franz Adickes (ISG), Liesel Christ (hr-Archiv/Foto: Kurt Bethke), Ernst May (ISG), Georg Philipp Telemann (Valentin Daniel Preisler nach Ludwig Michael Schneider/ISG).

© ab 2014 Frankfurter Bürgerstiftung und für die einzelnen Artikel bei den Autorinnen/Autoren und/oder Institutionen.

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